Das Filmgenre der Biografie

Eine filmische Biografie erzählt mit den Mitteln des Mediums Film die Lebensgeschichte einer tatsächlich existierenden Person. Neben dem kompletten Lebensweg können auch einzelne Lebenssituationen Thema dieses Filmgenres sein. Dabei müssen sich Filme mit biografischem Hintergrund nicht nur an ihrer künstlerischen Gestaltung messen lassen, sondern auch daran, inwieweit sie der zu Grunde liegenden Biografie gerecht werden. So sind in einem biografisch ausgerichteten Film meist gewisse Abweichungen zum Lebensweg des realen Vorbilds festzustellen. Häufig werden auch gewisse biografische Elemente weggelassen, während andere übermäßig akzentuiert und herausgehoben werden.

Biografie von GandhiIm Mittelpunkt einer filmischen Biografie steht meist eine Person, die sich in einem bestimmten Kontext hervorgetan hat, zum Beispiel in der Weltgeschichte, Politik, Wissenschaft oder Kulturgeschichte. Beispiele für solche Personen, deren Leben filmisch umgesetzt wurde, sind Gandhi, der in dem gleichnamigen Film von Richard Attenborough durch Ben Kingsley dargestellt wurde, Alexander von Oliver Stone mit Colin Farrell als Alexander der Große oder Goya von Carlos Saur mit Francisco Rabal in der Rolle des großen spanischen Malers.

Während monumental inszenierte Filme meist nicht ohne Hinzudichtung von Geschehnissen auskommen, werden in Filmen, die sich der historischen Genauigkeit verpflichtet sehen, die Fakten oft mit dokumentarischer Akribie geschildert. Dies kann so weit gehen, dass originale Äußerungen der filmisch skizzierten Person in die Leinwanddialoge einfließen. So sind in Marc Rothemunds Film Sophie Scholl- Die letzten Tage ganze Dialogpassagen an die tatsächlichen Verhörprotokolle angelehnt. Etwas anderes ist es, wenn ein Film das Leben einer Person erkennbar in satirischer Weise darstellen möchte, wie dies Monty Python mit dem Film Life of Brian exemplarisch vorgeführt hat.