Nicht nur für Profis: 3D-Animation mit Blender

3D-Animationsprogramm BlenderDer Computer ist seit Jahren fester Bestandteil in der Erstellung von Kinofilmen. Aufwendige Spezialeffekte entstehen im Computer und ergänzen regulär gedrehtes Filmmaterial. Auch der klassische Zeichentrickfilm kann mit dem Computer kaum noch mithalten. Toy Story machte 1995 als erster vollständig am Computer generierte Film den Anfang, weitere Filme wie Shrek und Ice Age folgten.

Auch Computerspiele wurden grafisch stets aufwendiger: war man vor einigen Jahren noch fasziniert von pixelig-bunten Bilder, kommt ein Spiel kaum ohne komplexe 3D-Animation mehr aus.

Die Entwicklungssoftware für diese Aufwendigen Produktionen wurde bis vor einigen Jahren stets geheim gehalten – sie galt als entscheidende Ressource für Firmen wie Pixar um sich auf dem Markt zu etablieren.

Ausschnitt aus dem Film "Elephants Dream"Ein Beispiel hierfür ist das von der niederländischen Firma NeoGeo entwickelte Programm „Blender“. Es wurde zunächst nur für firmeninterne Zwecke verwendet, der Chefentwickler überführte sie dann allerdings in eine eigene Firma und versuchte die Software weiter zu entwickeln und zu vertreiben. Nach dem diesen Vorgehen scheiterte stimmten die Gläubiger einem Verkauf der Software an die Open Source Gemeinde zu. Allein durch Spendengelder wurden die benötigten 100.000 Euro über eine Stiftung gesammelt.

Seit dem die Software über die General Public Licence frei verfügbar ist, erfreut sie sich wachsender Beliebtheit und wird stetig weiterentwickelt. In relativ kurzen Abständen von ca. 6 Monate kommen neue Releases heraus, die das Programm erweitern oder Kernelemente verbessern.

Mit dem Programm ist es möglich eigene 3D-Modelle zu erstellen, zu bearbeiten und mit Texturen versehen werden. Geschickt eingesetzte Lichtquellen sorgen für realistische Bilder. Ausschnitt aus dem Film "Elephant Dreams"Die Bedienung des Programms ist auf den ersten Blick für einen Laien sehr kompliziert. Erfahrene User schwören jedoch darauf und versprechen, dass es sich nach einer gewissen Einarbeitungszeit um so unbeschwerlicher mit dem Programm arbeiten lässt.

Was ein geübtes Zusammenspiel zwischen Anwender und Programm leistet, ist erstaunlich und sehenswert. Stetig wird die Galerie unter bender.org um neue Bilder ergänzt. Neben klar erkennbaren Computergrafiken, die einem aktuellen Computerspiel entnommen sein könnten, finden sich Bilder, die von einem Foto nur noch schwer zu unterscheiden sind.

Besonders interessant wird es in der Kategorie „Movies“: Hier sind einige beeindruckende Werke die mit Bender erstellt wurden als AVI-File abgelegt und für jederman abrufbar. Bisheriger Höhepunkt war die Produktion eines Spielfilms, der fast komplett mittels OpenSource Software produziert wurde. Der Film „Elephants Dream“ mit einer Länge von 11 Minuten wurde im März 2006 in Amsterdam uraufgeführt. Das Werk unterliegt der Creative Commons Lizenz und ist frei im Internet erhältlich. Er zeigt deutlich, dass professionelle Animationssoftware nicht mehr nur einigen wenigen Firmen vorbehalten ist.

Download der aktuellen Blender VersionWer bei diesen Eindrücken selber Lust bekommen hat, sich an eigenen Grafiken und Animationen zu versuchen, kannst die Software kostenlos und ohne Einschränkungen ausprobieren. Das nur etwa 10 MB große Programm ist für alle gängigen Plattformen (Windows, Linux, Mac) erhältlich und kann unter hier heruntergeladen werden.

phe, 12.06.07