Hobbys, die nicht jeder hat: Das Degree Confluence Project

The Degree Confluence ProjectSport, Kino, Freunde, Fahrradfahren sind typische normalo Hobbys, keiner ist verwundet gibt man auf die Frage nach der liebsten Freizeitbeschäftigung eines dieser klassischen Beschäftigungen an. Wer wirklich mal ein ausgefallenes Hobby betreiben möchte, der legt sich ein GPS Gerät zu. Ein GPS Empfänger ist ein Gerät, mit dem man Satelittengestützt orientieren kann. In Verbindung mit einem elektronischen Kartensystem wird daraus ein Navigationgerät, wie es bei Neuwagen heute praktisch schon Standard ist.

Einfache Geräte, die sozusagen die Rohdaten verarbeiten und nur Längen- und Breitgrade angeben, sind dabei schon deutlich günstiger zu. Hier kommt das „Degree Confluence Project“ ins Spiel: Bei den Längen und Breitgrade gibt es so genannte Konfluenz-Punkte. Das sind die Bereiche, bei denen die Minuten- und Sekundenangabe auf „null“ steht. Insgesamt gibt es auf der Erde 64.802 Schnittpunkte, die dieses Kriterium erfüllen. Das Projekt verfolgt jedoch nur die Stellen, die sich an Land befinden, bzw. die wo noch Land zu sehen ist. Sie zu finden und zu katalogisieren, das beschreibt sehr kompakt das zentrale Element dieses Hobbys.

In Deutschland gibt es insgesamt 48 Punkte, die bereits komplett erfasst worden sind. Als „nicht gefunden“ markiert sind zumeist die Stellen, die sich in Kriegsgebieten oder auf gesichertem Terrain befinden.

Wer Sport macht, der tut es für seine Gesundheit. Wer Kinofan ist, liebt eine gute Unterhaltung. Was bewegt den „Confluencer“ jedoch zu seinem Hobby? Bei noch nicht besuchten Punkten möchte man erster sein, dass leuchtet ein. Bei bereits erfassten Orten ist es das Gefühl, sich an einen Ort zu begeben, der zuvor keine Bedeutung hatte und dieses Erlebnis mit anderen im Internet zu teilen. Was man an einem der Schnittpunkte entdeckt, kann sehr ernüchternd sein. Wenn man sich durch die Bilder der Besucher klickt, sieht man oft karges Land oder dicht bewaldete Gebiete. Nur selten ist an den entsprechenden Punkten auch eine Sehenswürdigkeit, die das Erlebnis bereichert.

Einen guten Überblick über das Projekt und die Schnittpunkte erhält man auf einer der vielen zur Verfügung stehenden Karten (-> Link). Bereits besuchte Orte werden hier mit Miniaturfotos dargestellt. Ein Klick auf das Foto öffnet den entsprechenden Logbeitrag und zeigt dem Besucher die Gegen vor Ort.

Fazit: Neue Wege gehen, statt ausgetrampelten Pfaden zu folgen. Wer eine Reise unternimmt und das Hobby in seine Routenplanung mit einbezieht, sieht sicherlich mehr und hat im Anschluss mehr zu erzählen. Das erlebte kann man mit anderen Besuchern online teilen – eine tolle Idee und kein verrücktes Hobby.

Fotos und Berichte über gefundene Confluence-Punkte finden Sie unter http://www.confluence.org

peh, 29.05.07