Die ländliche Region im Westen des Sudan mit nur knapp fünf Millionen Einwohnern wird seit 2003 von einem schweren Konflikt, der bisher an die 400.000 Tote (die Sudanregierung spricht von lediglich 9.000 Toten) forderte, überschattet.
Fußend auf einem Jahrhunderte altem Zwist (seßhafte Bauern vs. Nomaden) zwischen den islamischen und christlichen bzw. heidnischen Volksgruppen im Sudan-Terrain, kam es zu einem Aufstand zweier Rebellengruppen aus dem schwarzafrikanisch dominierten Süden, der SLA (Sudanesische Befreiungsarmee) und der JEM (Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit) gegen die islamische Zentralregierung in der Hauptstadt Khartum.
Die von der Zentralregierung hauptsächlich eingesetzten Dschandschawid, islamische Reitermilizen, sind hauptverantwortlich für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen wie etwa Zerstörung von Dörfern, Vergewaltigung und Massaker, welche aber durch die aktuell erschwerte Beweislast von den Vereinigten Nationen nicht als Genozid angesehen werden können. Des weiteren mussten im Zuge der Kampfhandlungen bis jetzt etwa 2,5 Mio. Menschen in Darfur flüchten.
2004 wurde zwischen den Parteien ein Friedensabkommen geschlossen, welches aber von allen Seiten bereits mehrfach gebrochen wurde, so dass sich der Konflikt bereits auf grenznahe Staaten wie etwa dem Tschad ausgebreitet hat.
Am Widerstand von China im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen (China ist einer der größten Abnehmer für sudanesisches Erdöl) geschah lange auf dieser höchsten politischen Ebene nichts, bis 2007 die UNO doch eine Friedensmission, die United Nations African Union Mission in Darfur (UNAMID) absegnete, die insgesamt etwa 26.000 Mann aufbietet, welche aber wohl frühestens 2008 zum Einsatz kommen.
Als Reaktion auf den Konflikt in dem afrikanischen Staat haben zahlreiche NGO´s wie etwa Amnesty International mit erheblichem Aufwand Kampagnen gestartet. Gerade in den USA hat dies eine breite “Save Darfur“-Bewegung in der Gesellschaft ausgelöst.
jaki, 08.11.07