Das Genre des Kriegs- bzw. Antikriegsfilms blickt auf eine lange Tradition zurück. Einhergehend mit der breiten Akzeptanz von Kino als Kunst- und Unterhaltungsform entstehen bereits in den 1920er Jahren Kriegsfilme, die sich insbesondere mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzen. Der 1930 entstandene, auf dem Roman von Erich Maria Remarque basierende Film „Im Westen nichts Neues“ von Lewis Milestone genießt bis heute den Status eines bedeutenden Kunstwerks.
Ein Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch Hitler-Deutschlands erlebt das Genre schließlich seine erste große Blüte. Unzählige Produktionen aus West und Ost setzen sich mit dem Zweiten Weltkrieg auseinander, oft ernst- und gewissenhaft, manchmal pathetisch, hin und wieder bewusst verfälschend. Besonders große Schlachten wie der Kampf um Stalingrad oder die Auseinandersetzungen um bedeutende Brückenköpfe werden thematisiert. Bis heute gilt der Zweite Weltkrieg als ergiebigster Stoff für Kriegsfilme.
Eine Welle von kritischen und politisch engagierten Antikriegsfilmen geht aus dem Vietnamkonflikt hervor. Doch gerade in den USA sehen sich Filmschaffende zahlreichen Hemmnissen durch Politik und Produktionsfirmen gegenüber. Sein verstörendes Vietnamkriegs-Epos „Platoon“(1986) muss Oliver Stone quasi aus eigener Tasche finanzieren, Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ (1973) scheitert um ein Haar an Geldmangel. Doch welchen Stellenwert der Kriegsfilm in der öffentlichen Wahrnehmung hat, zeigen nicht zuletzt die regelmäßigen Auszeichnungen entsprechender Filme
In den 1990er und 2000er Jahren erlebt der Kriegsfilm dank der gewachsenen Tricktechnik eine Renaissance. Neben zahlreichen melodramatischen Streifen wie Michael Bays „Pearl Habour“ (2001) erwächst eine neue Generation von Filmen, die Kriegsgreuel in bis dahin nie gekannter Schonungslosigkeit abbilden. Terence Mallicks „Der schmale Grat“ und insbesondere Steven Spielbergs „Der Soldat James Ryan“ (beide 1998) mit seiner erschütternden Eingangssequenz stehen Pate für den neuen Realismus im Kriegsfilm.