Melodramen

Melodramen sind ein seit Beginn der Filmgeschichte beliebtes Genre, in dessen Mittelpunkt ein emotionaler Konflikt steht. Meist enden die Geschichten tragisch und werden getragen von einer einfachen Gut/Böse Dichotomie, an deren Ende die Bestrafung steht. Handelte es sich zunächst um eher szenische Entwürfe, die dazu dienten, Actionelemente der Handlung zu verknüpfen, entwickelten sich die Melodramen spätestens in den 30er Jahren zu regelrechten Verkaufsgaranten.

Melodramen: Alfred HitchcockIhre Konzeption war dabei direkt auf das Zielpublikum zugeschnitten: Frauen, die in den Filmen ausschließlich über ihre Emotionalität und somit entsprechend eindimensional dargestellt wurden. Die Reaktionen der Filmkritik fielen dem ebenbürtig aus. Doch auch große Regisseure haben sich in Melodramen versucht und dabei nicht selten subtil Wege gefunden, visuelle Codes für Verdrängtes, für unterdrückte Sehnsüchte und verbotene Sexualität zu entwickeln, von denen Otto Preminger, Alfred Hitchcock oder George Cukor die wohl berühmtesten Beispiele sind.

Bis in die frühen 70er Jahre blieb das Melodram ein von der Kritik geächtetes Genre. Erst mit der Wiederentdeckung der Werke des Schauspielers und Regisseurs Douglas Sirk, als dessen Erbe sich der deutsche Filmemacher Rainer Werner Fassbinder öfters bezeichnete, erfolgte eine differenziertere Auseinandersetzung. Sirks Filme entwickelten sich zu Meilensteinen des Genres. Magnificent Obsession (1953) und Written on the Wind (1956) verabreichten Impulse, entwickelten feinst ausgearbeitete Charaktere und waren von einem Subtext durchzogen, der stets mehr erzählte, als auf der Leinwand abgebildet wurde. Doch im Laufe der Jahre nahm die Häufigkeit reiner Melodramen ab. Heute besteht es vornehmlich als ein Element unter vielen in Produktionen, die keinem festen Genre mehr zugeordnet werden können.