Die Operette

Die Operette wird oftmals als kleine Oper bezeichnet. Sie entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und war bis nach dem 2. Weltkrieg sehr populär. Danach hatte sie keine große Bedeutung mehr. Sie wurde von den Revuetheatern und modernen Musicals verdrängt. Die klassischen Werke erfreuen sich jedoch nach wie vor großer Beliebtheit. Die Operette unterscheidet sich von der Oper dadurch, dass in ihr nur wenige Figuren auftreten. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der fehlende Chor. Während in den großen Opern Operette, die kleine Operausschließlich stimmgewaltige und ausgebildete Sänger und Sängerinnen auftreten, spielen in der Operette auch Darsteller ohne Gesangsausbildung. Im 19. Jahrhundert waren die Opernaufführungen der Oberschicht, dem Adel, vorbehalten. Die Operette war die Oper des kleinen Mannes und auch die Erzählungen und Figuren hatten mehr die niederen gesellschaftlichen Schichten zum Thema. Die Gesellschaft dieser Zeit betrachtete im übrigen lediglich die großen italienischen und französischen Werke als echte Opern. Ausländische Opern wurde der Titel Operette verliehen, um sie abzuwerten.

Bekannte klassische Operettenstücke wurden zum Beispiel von Jacques Offenbach geschaffen. Von ihm sind “Die schöne Helena” und “Die beiden Blinden”. Aus Lehars Giuditta ist das bekannte Lied “Freunde, das Leben ist lebenswert”. Die “Fledermaus” und der “Zigeunerbaron” von Strauss werden auch heute noch regelmäßig aufgeführt. Ebenso berühmt ist “Das Land des Lächelns” von Lehar mit dem eingängigen Liebeslied “Dein ist mein ganzes Herz”. Von Lehar stammt auch die “Lustige Witwe”.

Erwähnenswert bleibt noch, dass berühmte Tänze wie der französische Cancan in der Welt der Operetten ihren Ursprung fanden. 1858 war der Cancan Bestandteil von “Orpheus in der Unterwelt” bei der Uraufführung in Paris.