Wie die eigene Wohnung, so richtet man auch seinen eigenen PC nach und nach ein. Mit der Zeit kommen neue Programme dazu, selten verwendete verschwinden wenn man mal wieder kurzfristig noch ein paar MB Speicher auf seiner Festplatte freimachen muss. Mit der Zeit bildet sich ein Portfolio der wichtigsten Programme, auf die man nicht mehr verzichten möchte. Wie stark der Einsatz der Software sich in die tägliche Arbeit integriert hat merkt man erst, wenn man ausnahmsweise auf den PC eines Freundes oder Verwandten zugreifen muss. Den Virus zu entfernen oder die Registry von unerwünschten Einträgen zu befreien ist mit der passenden Software am heimischen PC in 5 Minuten erledigt. Am fremden PC fehlt diese Software und muss oft erst kompliziert aus dem Netz nachgeladen werden. Hier warten weitere Probleme, die oftmals langwierige Update-Sessions des gesamten Systems zur Folge haben – man möchte ja auf den heimischen Komfort nicht verzichten.
Eine Lösung für dieses Problem gibt es erst mit dem Aufkommen leistungsfähiger OpenSource Software und USB Sticks: die neuen Programme sind häufig auch in einer Portable Version erhältlich und so leicht mitzunehmen. Portable heißt in diesem Fall, dass sich die Programme nicht in irgendwelche Unterverzeichnisse und Strukturen einnisten und sich direkt z.B. auf einen USB-Stick oder eine mobile Festplatte installieren und ausführen lassen. Die Portable Versionen sind dabei teilweise in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt um Speicherplatz zu sparen, vielfach stehen die Standardfunktionen jedoch im vollen Umfang zur Verfügung.
Eine Zusammenfassung der besten Tools bietet John T. Haller auf seiner Webseite PortableApps.com an. Haller programmiert selbst portable Anwendungen und hat z.B. an der mobilen Version von Firefox und OpenOffice mitgearbeitet. Zum Download stehen die drei PortableApps-Versionen Base, Lite und Standard zur Verfügung. Base ist hierbei reduziert auf das Menü, Icons und eine Backup Funktion – sie dient als Grundlage für ein benutzerdefinierte Einrichtung eigener Portable Programmen. Die Lite Version ist ausgelegt auf einen 256 MB Stick. Sie enthält statt OpenOffice die kleinere, aber ebenso leistungsfähige Textverarbeitung AbiWord Portable, so wie die Programme der Standard-Version. Letztere enthält neben OpenOffice Portable die Antivirensoftware ClamWin, den Mozilla Firefox Webbrowser, das Instant-Messaging System GAIM, ein Sudoku Spiel, Mozilla Sunbird als Kalender und Aufgabenplaner und den Email-Client Thunderbird – alles OpenSource Programme, die in einer portablen Version erschienen sind. Dieses Paket nimmt installiert etwas über 260 MB Platz ein und läuft ohne Einschränkung auf einem 512 MB USB Stick.
Die Einstellungen die man in den Programmen vornimmt (Lesezeichen, Email-Konten, etc.) werden selbstverständlich auf dem Stick gespeichert und müssen so nicht immer neu eingegeben werden. Ein weiterer Vorteil der Portable Versionen ist der Einsatz auf verschiedenen Windows Systemen – von Vista, über XP bis Windows 98: ein Aufruf der Programme sollte keinerlei Probleme bereiten.
Wenn man öfters an fremden PCs arbeitet – sei es um einen Virus zu entfernen, das System wieder zum Laufen zu bringen oder sich nur einklinkt um seine Emails abzurufen, ist man mit der PortableApps Suite gut bedient!
Webseite des Anbieters: http://portableapps.com/
Download der Versionen Base, Lite und Standard: http://portableapps.com/suite
pha, 10.07.2007