Als Tragikomödie bezeichnet man Filme, die sich eigentlich nicht ohne Weiteres in ein bestimmtes Genre einordnen lassen, da sie Elemente der Tragödie mit Elementen der Komödie verbinden. Diese Verbindung scheint sich auf den ersten Blick zu widersprechen, da Tragödie und Komödie im Grunde genommen genaue Gegensätze darstellen. Es ist aber durchaus möglich, dass ein Thema oder eine Handlung, die eigentlich eher als tragisch einzustufen ist, auf eine Art und Weise dargestellt wird, die insgesamt als komisch empfunden wird. Das kann beispielsweise durch die Charaktereigenschaften der Personen geschehen oder auch einfach durch Situationskomik und witzige Dialoge, die mal mehr, mal weniger in den Vordergrund gerückt werden.
Die Tragikomödie erscheint durch den wechselseitigen Einsatz komischer und tragischer Elemente oft lebensnaher als ein reines Drama. In der Tragikomödie finden sich daher auch häufig Personen vom Typ “sympathischer Verlierer”, mit dem es das Schicksal teilweise nicht gut gemeint hat, der sich aber dennoch durchs Leben kämpft. Diese Verbindung von Tragik und Komik gehört zu den schwierigsten Aufgaben der Drehbuchschreiber. Die Grundlage einer Tragikomödie bilden häufig persönliche Schicksale und sensible Themen wie Krankheit und Tod. Es ist nicht einfach und erfordert eine Menge Fingerspitzengefühl, diesen Themen komische Elemente beizufügen, ohne sie damit ins Lächerliche zu ziehen.
Eine bekannte Tragikomödie ist Milos Formans “Einer flog über das Kuckucksnest” mit Jack Nicholson in der Hauptrolle. In diesem Film wird der Alltag in einer psychiatrischen Anstalt dargestellt, ein Thema, das an sich keine komödienhaften Züge aufweist. Die Komik des Films entsteht durch das Auftreten des Hauptdarstellers, ein Häftling, der seiner Haftstrafe durch die Vortäuschung von Unzurechnungsfähigkeit entkommen will und nun statt im Gefängnis in der Psychiatrie landet. Die Verbindung der tragischen Handlung mit hintergründiger Komik ist in diesem Film so gut gelungen, dass er 1975 gleich fünf Oscars gewann. Eine ähnliche Erfolgsgeschichte hat auch Robert Zemeckis “Forrest Gump” mit Tom Hanks vorzuweisen, der 1995 sechs Oscars erhalten hat. Ein Highlight unter den Tragikomödien ist Roberto Benignis “Das Leben ist schön” von 1997, das zur Zeit des Nationalsozialismus spielt und das Leben eines Juden im Konzentrationslager dokumentiert, der versucht, seinen Sohn vor der grausamen Realität zu beschützen. Weitere bekannte Tragikomödien sind Alexanders Paynes “About Schmidt“, John Avnets “Grüne Tomaten” und Sofia Copollas “Lost in Translation“, bei denen in ganz unterschiedlicher Weise mal das Tragische, mal das Komische in den Vordergrund rückt.